Zunehmende Kurzsichtigkeit

Immer früher eine Brille

Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen schon sehr früh eine Brille. Ärzte sprechen von einer „Epidemie der Kurzsichtigkeit“ und die Zahlen steigen weiter. Studien zeigen: Wenn der Trend anhält, könnte bis 2050 fast jeder Zweite betroffen sein. Hier erfahren Sie, warum Kurzsichtigkeit immer häufiger auftritt und wie Sie gezielt vorbeugen können – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

Was ist Kurzsichtigkeit und warum nimmt sie zu?

Kurzsichtigkeit (Myopie) bedeutet: Dinge in der Nähe sind scharf, in der Ferne verschwimmen sie. Die Zahl der Betroffenen steigt rasant, besonders bei Kindern und Jugendlichen. In einigen asiatischen Städten sind bis zu 90 % der Jugendlichen kurzsichtig, auch in Deutschland wird die Brille immer früher nötig.

Die Hauptursachen

  • Zu viel Nahsehen
    Hausaufgaben, Lesen, Tablets und Handys beanspruchen die Augen zu einseitig.
  • Zu wenig Tageslicht
    Kinder verbringen heute zu viel Zeit in Innenräumen. Natürliches Licht hilft, das Augenwachstum zu regulieren.
  • Lange Bildschirmzeiten
    Dauerfokus auf kurze Distanzen führt dazu, dass die Augen das Scharfstellen in die Ferne „verlernen“.

Gesundheitliche Folgen

Kurzsichtigkeit ist mehr als ein kleiner Sehfehler. Wer stark betroffen ist, hat ein höheres Risiko für Netzhautablösung, Grünen Star oder Makuladegeneration im Alter.

Die größten Risikofaktoren auf einen Blick

  • Mehr als zwei Stunden Bildschirmzeit täglich
  • Wenig Aufenthalt im Freien
  • Kurzsichtigkeit der Eltern
  • Früher Beginn der Kurzsichtigkeit bereits im Grundschulalter

Frühzeitige Vorsorge und richtige Sehgewohnheiten

Die 20-20-20-Regel
Eine einfache Faustregel, die jeder im Alltag gut umsetzen kann:

  • Alle 20 Minuten
  • für 20 Sekunden
  • in etwa 20 Fuß (6 Meter) Entfernung schauen

Diese Maßnahme entspannt die Augenmuskeln, versorgt sie besser mit Sauerstoff und beugt Kurzsichtigkeit vor. Das ist besonders wichtig bei Kindern und allen, die viel am Bildschirm arbeiten.

Tipps für Kinder

  • Tageslicht fördern
    Mindestens zwei Stunden draußen spielen oder bewegen – das senkt das Risiko deutlich.
  • Bildschirmzeit begrenzen
    Klare Regeln für Handy, Tablet & Co. helfen, Überlastung zu vermeiden.
  • 20-20-20-Regel üben
    Spielerisch erinnern, zum Beispiel mit einer Sanduhr oder Handy-Erinnerung.
  • Augenkontrolle
    Regelmäßige Checks beim Augenarzt, besonders bei auffälligem Blinzeln oder häufigem Zusammenkneifen der Augen.

Tipps für Erwachsene

Nicht nur Kinder sind von Kurzsichtigkeit gefährdet. Wer täglich viele Stunden am Bildschirm arbeitet, riskiert ebenfalls eine dauerhafte Sehverschlechterung.

So beugen Sie vor:

  • Alle 30 Minuten kurz aufstehen und den Blick schweifen lassen.
  • Gute Beleuchtung und 50 bis 70 cm Abstand zum Monitor.
  • Ausreichend trinken: Trockene Augen sind ein häufiges Problem im Büro.

Der Blick in die Ferne lohnt sich

Unsere Augen sind täglich im Dauereinsatz – vor allem bei viel Bildschirmzeit. Doch mit ein paar einfachen Routinen lassen sie sich spürbar entlasten. Tageslicht, regelmäßige Pausen und die 20-20-20-Regel halten die Sehkraft fit – besonders bei Kindern, deren Augen sich noch im Wachstum befinden.

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Veröffentlicht: 05.05.2026 - Aktualisiert: 29.05.2026